Ein echtes Highlight gab es am vergangenen Sonntag zu erleben. Aber der Reihe nach: Da beide sich in der Blüte ihres Sportlerlebens befinden und – zumindest im Tennis - noch recht flink auf den Beinen sind, kam es zwischen Günter Blumöhr und Wolfgang Eschke vor einiger Zeit zu einer heißen Diskussion, wer denn nun der Schnellere von beiden sei. Da sie sich nicht einig wurden, wurde kurzerhand beschlossen, dies über 50 Meter in einem wahren Duell Mann gegen Mann auszumachen. Ob dieses Duell dann auf Grund der geballten Power oder eher wegen des fortgeschrittenen Alters der Beiden den Titel „Das Elefantenrennen“ erhielt, lässt sich nicht mehr eindeutig klären.
Sei es drum, am vergangenen Sonntag war es dann soweit. Voller Erwartung fanden sich mehrere Fans am Birsteiner Sportplatz ein. Auch der Vereinsvorsitzende ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und sogar die Presse war anwesend, um dieses einmalige Erlebnis in Wort und Bild festzuhalten. Wer wollte nicht schon immer mal zwei Elefanten um die Wette rennen sehen. Und das noch umsonst und noch dazu in Birstein. Alles war top vorbereitet.
Die Spannung stieg ins Unermessliche, als Oberschiedsrichter Rado Puric das Startzeichen gab. Die Erde bebte, der rote Sand wirbelte auf und die beiden Konkurrenten
stemmten ihre bulligen Körper nahezu gleichzeitig nach vorne. Der Anblick ein wahre Pracht: Dynamik, Power und Eleganz gleichermaßen zeichneten die Bewegungen der Beiden aus. Die durch die vorwärtsstampfenden Körper ausgelösten Erschütterungen waren bis auf die Zuschauerränge zu spüren.
Zur Mitte der Strecke hatte sich Günter einen knappen Vorsprung erkämpft. Würde seine Kondition ausreichen, um auch den Rest erfolgreich zu gestalten? Schließlich musste er seinen - wenn auch durch starkes Luftanhalten nur für geübte Augen sichtbaren - Bauch ja auch noch mitschleppen. Wolfgang zeigte sein ganzes Kämpferherz und ließ sich nicht abschütteln. Mit eisernem, nach vorne gerichtetem Blick visierte er das Ziel an. Würde es für ihn noch reichen? Doch aller Einsatz nutzte ihm nichts. Denn kontinuierlich baute Günter seinen
Vorsprung aus und schob seinen Astralkörper vor den Augen des offiziellen Zeitnehmers Hans Dieter Eitel als Erster über die Ziellinie!
Riesiger Jubel brandete auf! Neben dem gewonnenen Wetteinsatz wurde er mit einer Medaille geehrt. Und den Titel „Schnellster Elefant Birsteins“ hat er nun sicher, zumindest solange, bis ein neuer Herausforderer kommt! Aber auch Wolfgang bekam einen Trostpreis gegen Muskelschmerzen von einem zufällig anwesenden Fan überreicht, obwohl einen echten Elefanten 50 Meter doch nicht wirklich schmerzen, oder Wolfgang? Tja, und die Herren 40 können sich nun über die 30 Liter Bier für ihre Abschlussfeier freuen!
Ach ja: Die genaue Siegerzeit (gefühlte 4.33 Sek.) wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Vermutlich suchte der Zeitnehmer bei der Zielankunft noch den Startknopf für die Stoppuhr an seinem analogen Arbeitsmittel. Kann ja passieren und eigentlich spielte die Zeit auch keine Rolle!
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